Heute abend ist es soweit – Buchvorstellung im URBAN NATION MUSEUM FüR URBAN CONTEMPRORARY ART

Ganz besonders freuen uns auf unseren internationalen Gast aus dem Museum of Copenhagen. Jakob Ingemann Parby war von Anfang an mit Leidenschaft für das Thema Outreach dabei als das Museum of Copenhagen 2008 begann, seine Arbeit radikal zu demokratisieren. Er leitete das Outreach-Projekt „The Wall“, eine mobile, multimediale, interaktive Installation, die von 2010 – 2017 im Kopenhagener Stadtgebiet unterwegs war und ist nun verantwortlich für das neu entwickelte mobile Museum des Hauses. Als Teil der umfassenden Outreach-Strategie des Museums war zudem für Parby „citizen involvement“ zentraler Bestandteil für die Überarbeitung des Hauses im Zuge der bevorstehenden Neueröffnung an einem neuen Standort.

Unsere Buchpräsentation im Urban Nation Museum für Urban Contemprorary Art findet heute abend ab 18.30 Uhr in Kooperation mit der Stiftung Berliner Leben statt. Die Stiftung engagiert sich besonders für die Etablierung von Streetart und Urban Contemporary Art sowie für Projekte der kulturellen Bildung von Schülern. Dem Vorstand liegt unser Engagement in Sachen Outreach am Herzen. Dr. Hans-Michael Brey begrüßt Sie am Montag persönlich. Mehr über die Arbeit der Stiftung erfahren Sie hier. 

 

Für diejenigen, die es heute nicht schaffen, werden wir einen zusammenfassenden Blogbeitrag mit Fotos und Zitaten aus der Veranstaltung veröffentlichen. Hierfür schon einmal an dieser Stelle die Fotohinweise für die Veranstaltung:

Fotohinweise

Im Folgenden finden Sie ausführliche Fotohinweise entsprechend unseren Informationspflichten nach Artikel 13 und 14 DSGVO.

Im Rahmen der Veranstaltung behalten wir uns vor, Bild- und Tonaufnahmen von Veranstaltungsgästen, Podiumsteilnehmer*innen und dem Veranstaltungsort zu Zwecken der PR- und Öffentlichkeitsarbeit zu erstellen, zu verarbeiten und zu verbreiten, soweit im Einzelfall nicht widersprochen wird. Hierauf wird sowohl auf der Website der Veranstaltung im Rahmen des Blogs www.museum-outreach.de als auch an am Veranstaltungsort in geeigneter Weise hingewiesen.

Rechtsgrundlage ist dabei Art 6 Abs. 1 Lit. f DSGVO. Unser berechtigtes Interesse besteht darin, im Rahmen unserer PR- und Öffentlichkeitsarbeit über die Inhalte der Veranstaltung zu informieren und aufmerksam zu machen. Dies geschieht etwa in Form von Beiträgen und Fotogalerien auf der Webseite www.museum-outreach.de. Des Weiteren werden die angefertigten Bild- und Tonaufnahmen auch zur Darstellung der Veranstaltung auf den Social-Media-Kanälen, also insbesondere Facebook und Twitter eingesetzt.

Die im Rahmen der Veranstaltung erstellten Bild- und Tonaufnahmen werden im Rahmen unserer Pressearbeit zudem an Medienvertreter von Zeitungen sowie Rundfunksendern und Onlineredaktionen zur redaktionellen Berichterstattung weitergegeben. Auch den an der jeweiligen Veranstaltung beteiligten Partnerorganisationen oder -institutionen stellen wir Bild- und Tonmaterial zur individuellen Nachberichterstattung zur Verfügung.

Eine Beschreibung Ihrer Rechte als Betroffener finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Verantwortlich für die Erstellung, Speicherung und Verarbeitung der Bild- und Tonaufnahmen der Veranstaltung sind die Betreiberinnen von www.museum-outreach.de und der Veranstaltungsort.

Buchpräsentation: Museen und Outreach. Outreach als strategisches Diversity-Instrument

Wir präsentieren unser Buch „Museen und Outreach. Outreach als strategisches Diversity-Instrument“

Wo: URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART in Kooperation mit der Stiftung Berliner Leben, Bülowstraße 7, 10783 Berlin, U-Bahn Nollendorfplatz

Wann: 29. Oktober 2018, 18.30 Uhr – 21.00 Uhr  

Kulturinstitutionen stehen vor wachsenden Herausforderungen: das klassische Kulturpublikum wird weniger, die nachwachsende Generation schrumpft und ist kaum interessiert. Gerade in Museen fehlt es an Diversität in der Besucherschaft, Programmgestaltung und bei den Mitarbeitenden.

Wie der erforderliche Kulturwandel erfolgreich umgesetzt werden kann machen wir in unserem kürzlich im Waxmann Verlag erschienenen Buch deutlich: Um neue, bisher distanzierte Besucher zu erreichen, erfordert es eine aktive, zielgerichtete Ansprache der Bevölkerung mit neuen Formaten und Konzepten. Es braucht neue Führungsprinzipien sowie neue Formen der Zusammenarbeit, die geprägt sind durch Kooperation, Kollaboration und Ko-Kreation. All das sind Qualitäten, die in einer Outreach-Strategie zum Ausdruck kommen.

In Kooperation mit der Stiftung Berliner Leben stellen wir unser Buch im Gespräch mit den im Buch Interviewten Vertreter*innen der Berliner Kulturinstitutionen Jüdisches Museum Berlin, Deutsches Symphonieorchester Berlin und Komische Oper Berlin vor und beantworten Fragen aus dem Publikum.

Sie sind herzlich eingeladen!

 

 

Outreach als strategisches Diversity-Instrument: Fortbildung im Germanischen Nationalmuseum

Bis zum 26. September sind noch Anmeldungen möglich für das Seminar am  Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zum Thema „Outreach als strategisches Diversity Instrument“ von Ivana Scharf

Beschreibung des Workshops:

Um neue Besucher*innen für Museen zu erreichen, ist eine aktive Ansprache der Bevölkerung mit neuen Formaten und Konzepten erforderlich, die Teil einer Outreach-Strategie sind. Welche Anforderungen ergeben sich dadurch in Bezug auf Führungskultur, Personalstrukturen und Arbeitsweisen? Wie können Kulturinstitutionen mit einer Outreach-Strategie und individuell entwickelten Programmen gezielt auf eine Diversifizierung der Besucherschaft und auf entsprechende Veränderungen der Organisationskultur hinwirken?

Ort:

Das Germanische Nationalmuseum ist das größte kulturhistorische Museum im deutschsprachigen Raum. Wie zahlreiche andere Kulturinstitutionen ist es mit der Aufgabe befasst, seine Sammlung einer diverseren, auch kulturell unterschiedlichen Besucherschaft zugänglich zu machen.

Teilnehmerkreis:

Die Fortbildung richtet sich spartenübergreifend an alle, die in der Kulturarbeit tätig sind. Die Teilnahme ist kostenfrei. Reise- sowie Übernachtungskosten müssen selbst getragen werden.

Referentin:

Ivana Scharf baute die erste Outreach-Abteilung in einem deutschen Museum auf. Kürzlich erschien ihr Buch Museen und Outreach. Outreach als strategisches Diversity-Instrument im Waxmann Verlag. Sie leitet die bundesweiten Netzwerkprojekte im Bereich kulturelle Bildung bei MUTIK.

Es hat sich viel getan – Die neuesten Outreach-Entwicklungen

Im Dezember 2016 haben wir den letzten Statusbericht zum Themenfeld Outreach in Museen  publiziert. Seitdem ist viel passiert: Weitere Stellen als Outreach-Kuratoren wurden an verschiedenen Museen ausgeschrieben, bundesweite Programme gestartet, innovative Modellprojekte entwickelt und Initiativen gegründet. Nicht zuletzt haben wir im letzten Jahr unser Wissen zum Themenfeld Museen und Outreach zusammengetragen, gesichtet, kategorisiert, ausgewertet, neu-kontextuiert und implizites Erfahrungswissen niedergeschrieben. Wir führten Interviews mit Experten aus ausgewählten internationalen Museen und erarbeiteten Empfehlungen. Dieses gesammelte Expertenwissen aus über zehn Jahren wissenschaftlicher und praktischer Beschäftigung mit dem Themenfeld ist im August 2018 im Waxmann-Verlag unter dem Titel „Museen und Outreach. Outreach als strategisches Diversity-Instrument“ erschienen.  Im Rahmen dieser Arbeit haben wir die seit 2010 bestehende Definition von Outreach weiterentwickelt:

„Outreach ist ein systematischer Prozess, bei dem die Kulturinstitution strategische Maßnahmen abteilungsübergreifend plant, durchführt und evaluiert, um Gesellschaftsgruppen einzubeziehen, die das Kulturangebot aus unterschiedlichen Gründen nicht eigeninitiativ wahrnehmen. Dieser Prozess bewirkt eine Veränderung in der Haltung der Institution, der Diversität des Personals, ihrer Programmgestaltung und Kommunikation. Ziel ist eine diversere, die Gesellschaft widerspiegelnde Besucherschaft“

Scharf/Wunderlich/Heisig 2017

Dieses systemische Verständnis von Outreach als Diversity-Instrument ist immer häufiger in Programmen, Modellprojekten, Initiativen und Stellenausschreibungen zu erkennen.

Zwei Ende 2017 im Rahmen von Modellprojekten ausgeschriebene Stellen zeigen ein Verständnis von Outreach als Instrument zur Veränderung der Organisationskultur in Museen. Bei den Modellprojekten handelt es sich einerseits um die „Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“ der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin und andererseits um das Projekt TAMAM, ein Bildungsprojekt, in dem Moscheen mit dem Museum für Islamische Kunst Materialien für die Kulturelle Bildung entwickeln. Auf beide Projekte, deren Verständnis und die praktische Umsetzung von Outreach werden wir in ausführlicheren Beiträgen und Interviews in unseren nächsten Blogveröffentlichungen eingehen.

Die Kulturstiftung des Bundes hat neben der „Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“  ein weiteres Programm entwickelt und 2018 gestartet, das Kultureinrichtungen dabei unterstützt, ihr Personal und ihr Publikum zu diversifizieren. Ausgangspunkt war der Gedanke, dass viele Kulturinstitutionen zwar bereits begonnen haben, die neue Stadtgesellschaft mitzugestalten, sich jedoch die kulturelle Diversität der Städte in den Programmangeboten, im Personal und im Publikum von Kultureinrichtungen noch nicht widerspiegelt. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Mit dem Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Institutionen aus den Sparten Kunst, Musik, Darstellende Künste, Literatur, Architektur, Neue Medien und verwandte Formen sowie spartenübergreifende Institutionen und kunst- und kulturhistorische Museen, die sich in ihrem Feld mit Fragen der Gegenwart befassen, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen: Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen als ebenso chancenreiches wie kontroverses Zukunftsthema aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und strukturelle Ausschlüsse im Kulturbetrieb vermindert werden. Neben den beiden bundesweiten Programmen der Kulturstiftung des Bundes wurde im letzten Jahr die Initiative für Vermittlung und Outreach des Berliner Senats initiiert. Ziel der Initiative ist es, „dass der Kulturbereich im Programm, Personal und Publikum die Vielfalt der Stadtgesellschaft widerspiegelt. Entscheidend ist dabei, dass junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Wohnort, ihrem sozialen Status und ihrem Bildungshintergrund bereits frühzeitig die Möglichkeit erhalten, eigene Erfahrungen mit den vielfältigen Potentialen von Kunst und Kultur zu machen.“ Für die Stärkung der historisch-politischen Bildungsarbeit in Gedenkstätten werden im Rahmen der Initiative Vermittlung und Outreach Mittel in Höhe von 925.000 € jährlich zur Verfügung gestellt.

Im letzten Jahr wurden auch einige weitere Initiativen gegründet, deren Ziel es ist, Kulturinstitutionen dabei zu unterstützen, die gesellschaftliche Diversität auch in ihren Programmangeboten, im Personal und im Publikum zu implementieren. Beispielhaft stellen wir hier den „Kompetenzverbund Kulturelle Integration und Wissenstransfer“, kurz KIWit vor, der die Expertise der Bundesakademie Wolfenbüttel, des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO), des Hauses der Kulturen der Welt, des netzwerk junge ohren und der Stiftung Genshagen vereint und im Herbst 2017 seine Arbeit aufgenommen hat.

»Die KIWit-Mitglieder betrachten Teilhabe an Kunst und Kultur als wichtigen Baustein einer zeitgemäßen Einwanderungsgesellschaft und wollen deshalb diversitätsbewusstes Handeln von Einzelakteur_innen und Institutionen fördern«

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie Wolfenbüttel.

Ziel ist es, im kritischen Austausch von Kunstschaffenden und -vermittler*innen, Forscher*innen, Unternehmer*innen, Politiker*innen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Kultureinrichtungen sowie Kulturadministration ein systematisches Konzept der Qualitätsentwicklung und -sicherung zu erarbeiten. Zentrale Fragestellungen sind unter anderem: Wie lässt sich Diversität in Kunst und Kultur fördern? Was braucht es zur Weiterentwicklung von institutionellen Strukturen und individuellen Handlungsweisen? KIWit möchte zudem bereits existierende Initiativen sichtbar machen und einen bundesweiten Austausch fördern. Dazu werden deutschlandweit Workshops, Fortbildungen, Dialogveranstaltungen und künstlerische Labors durchgeführt.

All diese Entwicklungen zeigen die wachsende Bedeutung von Outreach. Unsere Publikation „Museen und Outreach. Outreach als strategisches Diversity-Instrument“zeigt die Stärken von Outreach als strategischem Diversity-Instrument. Es liefert eine Definition von Outreach, entwirft einen Überblick über den Forschungsstand zur aktuellen demographischen und sozioökonomischen Situation des Museumspublikums, zeichnet die historische Entwicklung von Outreach im internationalen Zusammenhang nach und stellt dar, wie sich Outreach im Kontext von Audience Development, Sozialer Inklusion, Partizipation und Empowerment verortet. Für die Umsetzung in der eigenen Institution werden konkrete Handlungsempfehlungen zur Planung und Umsetzung einer Outreach-Strategie erläutert sowie Empfehlungen für kulturpolitische Rahmenbedingungen gegeben.

 

Outreach, Museen & Diversity

Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Kulturinstitutionen besteht darin das Thema Diversity mit Leben zu füllen. Wie das gelingen kann? Das werden wir unter anderem beim stARTcamp Wien in der Kunsthalle Wien unter dem Motto „Engage Your Audience“ diskutieren.

Für mich stellt sich dabei vor allem die Frage: Wie gewinnt man Menschen, die bisher nicht zu den Besucher*innen zählen? Das ist keine neue Frage. Aber eine auf die es immer noch zu wenig gute Antworten gibt. Daher freue ich mich eine Session zum Thema Museen & Diversity – Outreach als strategisches Diversity Instrument anzubieten. Beim Reden soll es nicht bleiben und daher geht es schnell über zu konkreten Beispielen und Handlungsempfehlungen. Basis für die Präsentation ist der in Kürze im Waxmann Verlag erscheinende Titel: Museen & Outreach – Outreach als strategisches Diversity Instrument.

Panic! Soziale Mobilität in der Kultur

Panic! Social Class, Taste and Inequalities in the Creative Industries ist eine seit 2015 angelegte Studie in Groß Britannien, die basierend auf Interviews mit Beschäftigten in der Kreativwirtschaft und in der Kultur die strukturellen Hürden aufzeigt, die mehr Diversität verhindern. Demnach hat sich zwischen 1981 und 2011 die soziale Struktur der Beschäftigten in den Kreativberufen und in der Kultur nicht verändert. Das betrifft Beschäftigungen als Künstler*innen, Musiker*innen oder Schauspieler*innen genauso wie Anstellungen in Bibliotheken, Museen und Galerien. Hier sind diejenigen mit einer Herkunft aus Arbeiterfamilien stark unterrepräsentiert.

Ebenso spiegelt sich die Abwesenheit der Arbeiter*innen in der Kulturstatistik wieder. Die regelmäßige Teilhabe an Kunst- und Kulturveranstaltungen, das ist auch in Deutschland bekannt, gehört nur für eine Minderheit zum Lebensalltag selbstverständlich dazu. Die Autor*innen der Studie gehen weiter und untersuchen die Vorlieben und Interessen sowie die Netzwerke der Beschäftigten in der Kultur- und Kreativbranche und stellen hier viele Unterschiede fest. Es fehlen demnach wechselseitig Zugänge.

Kurz auf den Punkt gebracht: Akademiker*innen erreichen offenbar nur Akademiker*innen. Der gesamte Sektor bleibt überwiegend unter sich, sowohl was die Besetzung von Stellen angeht, beim Nachwuchs, in der Produktion als auch in der Rezeption.

Hierfür sprechen auch die aktuell vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung veröffentlichten Ergebnisse. In Deutschland studieren Kinder von Akademikern dreimal häufiger als Kinder, deren Eltern keine Akademiker*innen sind.

In unserem bald erscheinenden Buch „Museen und Outreach – Outreach als strategisches Diversity Instrument“ gehen wir auf diese Aspekte ein und zeigen, wie durch eine strategische Implementierung von Outreach diese über lange Jahre verfestigten Strukturen aufgebrochen werden können.

Outreach in Theorie und Praxis

Dieser Blog bewegt sich im Spannungsfeld von Theorie und Praxis: einerseits möchten wir beispielhafte innovative Outreach-Strategien und -initiativen vorstellen, um das museale Praxisfeld zu inspirieren. Andererseits möchten wir den theoretischen Diskurs um Outreach als strategischen Ansatz mitgestalten. Outreach als strategisches Konzept wird in der Wissenschaft verstärkt diskutiert und es entstehen zunehmend mehr wissenschaftliche Abschlussarbeiten. Aus diesem Grund haben wir eine neue Rubrik eingerichtet, in der wir ausgewählte Abschlussarbeiten zum Themenfeld veröffentlichen. Den Anfang macht die Arbeit „Outreachansätze im Museumsbereich – Chancen und Grenzen eines mobilen Vermittlungsprogrammes“ von Anna Maria Scharinger. Die Arbeit wurde im Juni 2009 bei Prof. Dr. phil. Oliver Rump und Ivana Scharf im Studiengang Museumskunde an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin eingereicht. Anna Maria Scharinger gibt einen Überblick über den damaligen Stand von Outreach-Programmen in Deutschland, zeigt die historische Entwicklung auf und unternimmt einen Definitionsversuch. Sie untersucht und vergleicht drei Outreach-Programme deutscher Museen und befasst sich mit den Chancen und Grenzen von Outreach im Museumsbereich. Die Arbeit ist in unserer neuen Rubrik Abschlussarbeiten veröffentlicht.

Community Outreach – Erfolgsgeschichten aus Frankfurt, Kopenhagen und Glasgow

Was sind Communities und wie können diese mit einer gezielten Outreach-Strategie erreicht werden? Wir zeigen ausgewählte Beispiele aus Frankfurt, Kopenhagen und Glasgow. Dass eine Entwicklung der Besucherschaft hin zu mehr Diversität und eine Öffnung der Institutionen nicht über Nacht geschieht und Kontinuität hierbei ein wichtiger Faktor ist, sollte selbstverständlich sein: Das Open Museum in Glasgow gibt es seit 27 Jahren und das stadtlabor unterwegs sowie das Kopenhagener Projekt The Wall seit 7 Jahren. Hier gibt es Neues in unserer Rubrik Community Outreach.

Wen spricht dieses Museum an?

Kürzlich besuchte ich in meiner Heimatstadt Wuppertal das Von der Heydt Museum. Ein städtisches Kunstmuseum mit einer herausragenden Sammlung. Die Finanzierung wird von Land, Kommune, einem Verein und privaten Stiftungen geleistet. Anlässlich des 100. Todestages von Edgar Degas und Auguste Rodin zeigt das Museum die Ausstellung mit dem Titel „Degas & Rodin – Giganten der Moderne“. Die Zusammenstellung der 270 Werke war in dieser Form noch nie zu sehen. Der Kurator hat sie zueinander in Beziehung gesetzt und die Ähnlichkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.

Ich  kam in das Museum als regelmäßige Museumsbesucherin, mit meinem beruflichen Erfahrungswissen aus der Arbeit in einem renommierten Museum, dem Wissen aus mehreren Semestern Kunstgeschichte und mit überdurchschnittlichem Kunstinteresse. Als Kulturmanagerin interessiert mich vor allem die Perspektive der ungeübten Museumsbesucher. Aus der Sicht der Nichtbesucher betrat ich den Raum, fand zur Orientierung schnell die Kasse und die Garderobe. Der Weg zur Ausstellung erschloss sich mir nicht unmittelbar, da mehrere Räume gleichzeitig bespielt wurden. Ich folgte den anderen Besuchern. Am Eingang der Ausstellung wurde ich freundlich in Empfang genommen, den Beginn des Rundgangs zeigte man mir mit einer Geste an. Sodann führte mich ein Leitsystem chronologisch von Raum zu Raum. Die Texte waren in gut lesbarer Schriftgröße. Verstanden habe ich die Inhalte ohne Fremdwörterbuch und umfangreiches kunst- und kulturgeschichtliches Wissen jedoch nicht. Der begleitende 431-seitige Ausstellungskatalog hat mich sehr beeindruckt, aber nicht weniger ratlos zurückgelassen. Wieder zu Hause wollte ich mich auf der Website des Museums über das Begleitprogramm weiter informieren. Doch dieses wendete sich nicht an mich. Es klang eher nach einem Angebot für Kunstsammler, Kunstliebhaber oder Kunstkenner. Ich fühlte mich nicht angesprochen. Eher schon ausgeladen. Auf jeden Fall nicht eingeladen. Ich kam zu dem Schluss, dieses Museum gehört nicht zu meiner Welt.

Diese hier skizzierte Situation ereignet sich, wenn es überhaupt so weit kommt, dass ein Nichtbesucher die Museumsschwelle übertritt, in ähnlicher Weise erwartungsgemäß häufiger. Ganz sicher ist das nicht die Absicht der Ausstellungsmacher. Hier verdeutlicht sich die Etablierung einer bestimmten Qualität von Sozialbeziehungen. Demgegenüber fehlen Schritte zum Aufbau von Beziehungen zu anderen Besuchergruppen. Betrachtet man das Museum als ein gesellschaftliches Angebot einer Bildungsmöglichkeit, so erscheint die Erwartungshaltung im Hinblick auf die Vorbildung der Besucher recht hoch. Das Kunstmuseum ist in seinem eigenen System gefangen, mit der Grundannahme, dass Kunstrezeption nur unter bestimmten intellektuellen Bedingungen stattfinden kann. Es heißt, das Kulturpublikum sei ein Abiturpublikum. In diesem Fall wird sogar ein Akademikerpublikum angesprochen.

Erfreulicherweise sieht die Museumsszene sich zunehmend selbstkritischer. So betont Marion Ackermann, die seit kurzem die Staatliche Kunstsammlung Dresden leitet in einem Interview mit dem MDR: „Wir erreichen große Teile des Publikum der Gesellschaft nicht mit unseren Angeboten, sondern sind mit uns selbst beschäftigt und damit, unsere Marken als Museum auszubauen.“

Die Kunstsammlung NRW fragte in ihrem Symposium vom 18. bis 20. Januar: „Wem gehört das Museum?“ Mit dem Ziel herauszufinden wer die derzeitigen Besucher sind und wie eine diversere Besucherschaft angesprochen werden kann. Das Symposium wurde per Livestream auf dem Youtube Kanal der Kunstsammlung NRW übertragen.